reveekly 28: DIY für alle, Cursor zum Anfassen und wohnen im Müllcontainer

Autor // Anke Schuhardt
Posted in // reveekly
Date // 09 Sep 2011

reveekly 28: Modischer Airbag von Hövding; Foto: HövdingWie es sich auf einer Straße ohne Regeln fährt und warum Oma immer noch die beste ist – unsere Presseschau reveekly zeigt, was uns in dieser Woche inspiriert und beeindruckt hat.

Anarchie auf der Straße

Eine Hauptstraße ohne Ampeln und Verkehrsschilder, auf der sich Autos, Radfahrer und Fußgänger den Platz ohne Markierungen teilen. Ist dort das Chaos vorprogrammiert? Nein, nicht zwingend: Der Ort Bohmte in Niedersachsen zeigt, dass die Straße sicherer werden kann und weniger Staus sowie Abgase gibt. Dort wird das niederländische Konzept „Shared Spaces“ umgesetzt, das schon in den 90ern entwickelt wurde: Eine Straße für alle, auf der die Verkehrsteilnehmer aufeinander achten, sodass die gefühlte Unsicherheit in objektive Sicherheit umschlägt.

Lebe lieber ungewöhnlich

Wie es sich in einem Müllcontainer lebt? Nicht schlecht, zumindest wenn es nach Gregory Kloehn geht. Der amerikanische Künstler hat einen Müllcontainer in einen gemütlichen Wohnraum verwandelt, in dem er auf fast nichts verzichten muss. Von außen kaum zu erkennen, ist der Container von innen ein Platzwunder. Mit seinem Projekt stellt er die Frage, was Zuhause eigentlich bedeutet. „Is it toilets, and a kitchen and a roof? Is it location? Or is it a house that expresses yourself?“

Freunde isst man nicht

Unter dem Motto „Friends not just Food“ findet heute, am 9. September, im Berliner K17 das Greetunes Festival statt. Dabei ist das Motto Programm: Tierschutz, Gesundheit, Umwelt, Vegetarismus und Veganismus sind die Themen, um die sich alles dreht. Neben zahlreichen Info- und Essenständen gibt es es Vorträge, Filme, Lesungen und natürlich viel Musik. Feiern mit gutem Gewissen!

Oma ist doch immer noch die Beste

Ach, wie schön Omas selbstgestrickte Wollmützen immer die Ohren warm gehalten haben. Doch leider passen sie schon seit Jahren nicht mehr – und selbst stricken und häkeln führt nur zu Wunden und Verzweiflung. Die Lösung: Bei Alte Liebe gibt es schicke Mützen, die von Seniorinnen in Handarbeit hergestellt wurden – leider bislang nur in Kassel, aber weitere Städte sollen folgen. Alle Einnahmen werden für gemeinsame Ausflüge genutzt. Wem die Mütze gefällt, kann die beigelegte Postkarte mit einem Dankeschön zurück an die Schöpferin schicken. Sie freut sich bestimmt über einen lieben Gruß.

Geschenke, Geschenke, Geschenke

Für alle, die Spaß am Verschenken haben, ist die Givebox genau das richtige: Hier kann jeder Dinge, die er nicht mehr braucht, verschenken – jemand anderes wird sich bestimmt darüber freuen! Bislang gibt es drei Geschenkeboxen in Berlin und damit noch viele weitere Städte folgen, gibt es bei Facebook eine Anleitung für die eigene Givebox, inklusive Tipps für die richtige Location und fürs Marketing.

Vom Schal zum Airbag

Fahrrad fahren wir doch alle gerne, doch Helme tragen die meisten wohl eher ungern. Eine interessante Lösung haben zwei Schwedinnen entwickelt: Ihren Helm trägt man unauffällig wie einen Schal um den Hals, bei einem Notfall bläst sich der Airbag auf und soll den Träger bei einem Sturz schützen. „Hövding“ wurde mit dem INDEX-Award ausgezeichnet und sieht so gar nicht aus wie ein herkömmlicher Helm, sondern erinnert im aufgeblasenen Zustand eher an eine alte Föhnhaube als ein einen Fahrradhelm. Wer trotzdem einen möchte, kann sich Hövding für rund 300 Euro bestellen.

Carrotmob ganz spontan

Drei Monate Vorlaufzeit hatte Karma Konsum für die beiden bisherigen Carrotmobs in Frankfurt, diesmal ist es nur ein Tag. An diesem Wochenende wird Christoph vom Karma Konsum Blog das Konzept Jugendlichen beim BarCamp „Machs Grün“ vorstellen. Sein Ziel: Die Location für die Abschluss-Party am Sonntag soll nach dem Carrotmob-Prinzip ausgewählt werden. Wer Lust hat mitzumachen, kommt Samstag (10.09.) ab zehn Uhr zur Jugend-Kultur-Kirche Sankt Peter, die Teilnahme ist kostenlos. Viel Glück für das Carrotmob-Experiment!

Selbst machen ist das neue Kaufen

Kleine Tüftler, große Spielkinder und die DIY-Helden unserer Kindheit: Im zweiten Teil von „Mach’s dir selbst“ führt reverb Autorin Bebero Lehmann uns tiefer in die Do-it-yourself-Welt. Sie zeigt dabei, dass jeder aktiv werden kann, ob in Nähcafés, beim eigenen Hausbau oder beim Selbstversorgen im Gemeinschaftsgarten.

Cursor zum Anfassen

Ein Touchpad ist schön und gut, doch du vermisst die gute alte Maus? Dafür gibt es doch jetzt den Big Big Cursor!

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Anke Schuhardt

Online-Journalistin, die Print liebt und momentan alles liest, was ihr zum Thema Ernährung und Veganismus unter die Finger kommt. Gerade bedeutet das fünf verschiedene Bücher auf einmal. Denn wenn die 24-jährige etwas macht, dann mit vollem Einsatz und voller Begeisterung. So auch ihr aktuelles Projekt: mit dem Herznote Verlag veröffentlichte sie das Blogger Bookazine CIRCUS, das gleich weltweit erschein und über 300 Seiten stark war. Seit dem Sommer ist sie mit ihrem Studium fertig und lebt jetzt erst einmal für ein halbes Jahr in Johannesburg. Von Südafrika aus betreut sie das reverb Magazine und schreibt täglich neue Themenideen in ihr Notizbuch. Wie zum Beispiel die Frage, warum niemand in Johannesburg Fahrrad fährt und wie man die Südafrikaner dazu bringen könnte, ihren Müll zu trennen.

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